| Die
aktiven Nichtuer
Wird
die Studierendenschaft der Carl von Ossietzky Universität noch
von ihrem AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) vertreten? Nein,
es ist nicht mehr der Fall. Stattdessen vertritt er nur seine eigenen
Interessen. Man verfällt in Selbstgefällig- und Selbstge-rechtigkeit.
Für irgendwelche Projekte, die Außenstehende nicht nachvollziehen
können, werden Referentenaufwandsentschädigungen meistens
einstim-mig in der AStA-Sitzung beschlossen. Zurzeit haben wir im
AStA so viele Referenten wie noch nie. Eine Aufwands-entschädigung
für eine volle Stelle beträgt 586 Euro.
Der
Vorstand setzt sich aus über zehn Referenten zusammen, die
aus zwei unpolitischen Öffentlichkeitsreferaten mit verschiedenen
Ansichten kommen. Es ist im Klartext eine unpolitische studentische
Selbstverwaltung geworden, die aus mehreren studentischen Listen
mit mangelndem gesellschaftspolitischem Hintergrund zusammengewürfelt
wird.
Der
Finanzetat beträgt rund 400.000 Euro zum reinen konsumieren,
den jeder ordentlich immatrikulierte Student durch einen Zwangs-einzug
mit dem kompletten Rückmeldebetrag mitfinanzieren muss.
Kürzlich
wurde der reine AStA-Beitrag um satte 50 Prozent erhöht. Aber
es können zurzeit nur wenige Rechnungen bezahlt werden, weil
schlecht gewirtschaftet worden ist.
Die
Haushaltspläne der letzten Jahre kann man auf der Internetseite
des Studierenden-parlaments nicht einsehen. Diese Seite wird auch
dementsprechend vom jetzigen AStA nicht gepflegt. Die Protokolle
der AStA-Sitzung sind nur Ergebnisprotokolle und keine Gesprächs-protokolle.
Der AStA ist verpflichtet, Protokolle wie auch Haushaltspläne
zu veröffentlichen. Man muss wirklich auf der AStA-Sitzung
erscheinen, um mitzubekommen, was dort wirklich gesagt und beschlossen
wird.
Computer,
die der AStA irgendwann mal angeschafft hat, werden nach Ausmusterung
für private Zwecke genutzt. Im hinteren Öffentlichkeitsreferat
wurden bis vor kurzem noch militärische Ballerrollenspiele
auf den AStA-Computern während der Öffnungszeiten gespielt.
So musste man bis vor Kurzem lange während der Öffnungszeiten
warten, da sich die Zuständigen lieber mit Ballerspielen die
Zeit vertrieben statt sich um die Belange der Studentenschaft zu
kümmern.
Einer
Frau aus dem vorderen Öffentlich-keitsreferat fiel wohl die
schlechte Außen-werbung für Nicht-AStA-Angehörige
auf. Wenn ein Referent es aber wagen sollte, gegen die Machenschaften
des AStA’s anzugehen, sprich Kritik gegen das Regime zu äußern,
wird er kurzer Hand mit der Mehrheit abgewählt.
Im AStA sind einige Studenten, deren Semesterzahl höher ist
als ihr eigentliches Lebensalter. Im Sozialreferat sitzen Leute
schon seit etlichen Jahren, die einfach nur pro Forma ohne Prüfung
auf Fachkompetenz vom Studierendenparlament mit der Mehrheit der
Stimmen jährlich wieder gewählt werden.
Die drei autonomen Referate haben einen eigenen Finanzetat, worüber
sie dem AStA nicht Rechenschaft abgeben. Hier wird dem Filz und
der Kungelei freier Lauf gelassen.
Bei
den letzten Wahlen zum Studierenden-parlament (Stupa) haben lediglich
knapp über 10 Prozent der Wahlberechtigten das Stupa gewählt.
Hier wurde auch eine schriftliche Umfrage gemacht, wer was gewählt
hat. Dies ist unzulässig, weil die Wahl geheim ist.
Der
AStA ist die Exekutive des Stupa. Doch hier wird der Haushaltsetat
verwaltet. Vielen Studenten ist das Machtpotenzial des AStA gar
nicht bewusst.Viele
sind mit ihrer eigenen finanziellen Situation überfordert.
Im
Sommersemester 2007 kommen die Studiengebühren für alle.
Das Engagement des Einzelnen ist für viele schwierig. Und der
AStA "macht" gar nichts? Stimmt nicht! An dieser Stelle
muss ich Stefan Kühnapfel (zuletzt AStA-Sprecher) zitieren:
"Wir müssen mal wieder aktiv nichts tun!" -Christoph
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