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Vergesst
G8!
(04.06.)
Bei dem derzeitigen Hype um G8 in Heiligendamm frage ich mich manchmal,
was passiert wäre, wenn sich kein Schwein um das Treffen gekümmert
hätte. Also keine Demonstranten, keine gewalttätigen Autonome,
keine Künstler, weder attac noch die so genannten Intellektuellen.
Ich bin mir sicher, der Weltwirtschaftsgipfel hätte die Bedeutung
erhalten, die ihm zusteht: gar keine. Eine Randnotiz in den Massenmedien:
"Die Schweinepreise sind gestiegen" und "In Heiligendamm,
Meckpom, ist der Natodraht ausgegangen".
Auch
wenn uns die Politiker etwas anderes suggerieren möchten, werden
die Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft doch immer noch durch das
Kapital und nicht etwa durch die Politik bestimmt. Und schließlich
ist es ja genau das, was die G8-Kritiker dem Gipfel vorwerfen: dass
seit dem letzten Treffen nichts passiert sei, alles nur leere Versprechen
gewesen seien. Offensichtlich hat der "Club der Mächtigen"
gar nicht die Macht, die er vorgibt zu haben. Oder die "Mächtigen"
wollen schlicht nicht, dass sich etwas ändert. G8 wäre
dann das, was symbolische Politik genannt wird: Tun wir mal so als
würden wir etwas tun.
1975
wurde der Weltwirtschaftsgipfel - damals noch G6 - gegründet.
Heute sterben täglich weltweit 30.000 Kinder unter fünf
Jahren an den Folgen von heilbaren Krankheiten, Hunger und Krieg.
Dreißigtausend. Täglich. Seit über 30 Jahren ist
der Weltwirtschaftsgipfel der "Mächtigen" nicht in
der Lage, die sich selbst gesetzten Aufgaben zu bewerkstelligen.
G8
ist das Ablenkungsmanöver einer weitgehend ohnmächtigen
Politik, ein Nebenkriegsschauplatz des Kapitals. Da muss man gar
nicht drauf einsteigen, sonst misst man der Politik viel zu viel
Bedeutung bei, findet soe. Lasst Euch nicht auf Nebenkriegsschauplätzen
verheizen.
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