| Münzen
zu Sterntalern
Am
Anfang stand die Idee der politischen Geste. Doch es kam besser:
Geldvernichtung als Sub-version. Eine Aktion mit Symbolcharakter
- bleibt doch die Münze an sich erhalten, nur der Geldwert
wird vernichtet.
Das
Pentagramm, das regelmäßige Fünfsterneck, potenziert
die Symbolik zugleich ins Gigantische: Unter dem blutroten Stern
wurden ebenso blutige Schlachten um Freiheit und Selbst-bestimmung
geschlagen wie der schwarze Fünfzack für den Kampf um
Herrschaftslosigkeit steht. Hinzu kommt der emotionale Wert dieser
Aktion: „Sterntaler“ hat seit den Gebrüdern Grimm
einfach was Romantisches.
Und
so war das Projekt „Sterntaler“ geboren. Wir werden
Pentagramme in Tonnen von Ein- und Zwei-Euro-Münzen sägen,
werden unsere Hartz IV-Gelder zu Waffen gegen das Kapital machen.
Subversive Geldentwertung, die inflatorische Untergrabung des Systems.
Wir werden Tausende von Münzen aus dem Verkehr ziehen, allerdings
nicht, ohne unsere Botschaft unwiederbringlich zu hinterlassen.
Manufakturen von Münzlaubsägern werden aus dem Boden
schießen, schwarze Laubsägen auf rotem Grund werden Kalaschnikows
ersetzen und Flaggen zieren.
Es
wird einen drastischen Mangel an Euro-Münzen geben, die Bundesbank
muss Millionen von Münzen nachprägen lassen. Das Schicksal
Deutschlands, nein, das der EU liegt in unserer Hand.
Mit
dem Projekt beschreiten wir einen neuen Weg des Widerstandes und
treten in die Fußstapfen von Ghandi und Black Power. Wir nutzen
die Schwächen des Systems, stehen doch weder das Laubsägen
noch das Vernichten von Banknoten oder -münzen in Deutschland
unter Strafe: „Nach den allgemeinen zivilrecht-lichen Regelungen
kann jeder Eigentum an Euromünzen erlangen. Diese sind daher
kein Eigentum der Notenbanken oder 'Staatseigen-tum',
sondern gehören demjenigen, dem sie übereignet worden
sind“, gibt die Deutsche Bundesbank Auskunft. Und weiter:
„Grund-sätzlich kann der Eigentümer mit ihm gehörenden
Sachen (und damit auch mit Münzen) in den durch die Rechtsordnung
gesetzten Grenzen nach Belieben verfahren. Aus rechtlicher Sicht
wäre es dem Eigentümer einer Bankmünze daher an sich
unbenommen, diese zu beschädigen oder zu vernichten. Eine derartige
Handlung stellt in Deutschland keine Straftat dar.“
Und
die Bundesbank schließt: „Allerdings leisten wir für
mutwillig beschädigte Münzen keinen Ersatz. (...) Mit
freundlichen Grüßen“. Da zeigt sie sich wieder,
die skrupellose Fratze des Kapitals: „Mit freundlichen Grüßen“
- ist dieser Zynismus noch zu überbieten?
Münzen
zu Sterntalern - ich bin mir sicher, wir sind auf dem richtigen
Weg! -soe
zurück
|