Geburtstag einer Ikone

(06.10.2009) Sie sei ein "Kultobjekt der deutschen Intelligenz", schreibt Reinhard Mohr im November 2007 auf Spiegel online, zugleich gelte sie als "Ikone der Stadtguerilla". Ulrike Marie Meinhof wurde am 7. Oktober 1934 in Oldenburg geboren. Morgen wäre sie 75 Jahre alt geworden.

Bevor Ulrike Meinhof in den bewaffneten Widerstand ging, bevor sie Mitgründerin und maßgebender ideologischer Kopf der RAF wurde, war die allein erziehende Mutter von Zwillingen eine der prominentesten politischen Publizistinnen ihrer Zeit, Chefredakteurin der linken Zeitschrift Konkret, Rundfunk- und Fernsehautorin und Dozentin für Journalistik an der Freien Universität Berlin.

Den Weg in den bewaffneten Widerstand wählte Meinhof bewusst im Kampf gegen den "militärisch imperialistischen Komplex", gegen jene Herrschaftseliten, die das Massenmorden unter anderem in Vietnam zu verantworten hatten. Eine Kriegsführung, die unter anderem von US-Militärbasen von deutschem Boden aus geführt wurde. Keine 20 Jahre nachdem den deutschen Faschisten in ihrem imperialistisch kriegerischen Treiben Einhalt geboten wurde. Der kriegerische US-Imperialismus sollte nach Meinung der RAF keine befriedetes Hinterland haben. So waren auch die US-Basen Ziel der Bobenanschläge der ersten Generation der RAF.

1972 wurde Ulrike Meinhof verhaftet. "Zu diesem Zeitpunkt beschuldigte die Bundesanwaltschaft Urike Meinhof des gemeinschaftlichen schweren Raubs in zwei Fällen und der Mitgliedschaft in einer 'kriminellen Vereinigung'", schreibt Jutta Ditfurth in ihrer lesenswerten Biografie über Meinhof. Im Stammheim-Prozess, der ab Mai 1975 gegen die RAF geführt wurde, wurden die RAF-Mitglieder wegen vierfachen Mordes und vielfachen Mordversuchs angeklagt. Individuelle Verantwortung für einzelne Taten waren nicht Teil der Anklage.

Am 9. Mai 1976 wurde Ulrike Meinhof erhängt in ihrer Zelle aufgefunden. Die von offizieller Seite attestierte Selbsttötung ist nicht unumstritten.

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Quelle: wikipedia.de